Hostěnice (rund 790 Einwohner) liegt an der Straße von Ochoz u Brna nach Pozořice, am südöstlichen Rand des Mährischen Karsts. Die Gemarkung umfasst fast 2.000 Hektar und besteht überwiegend aus den Wäldern des Naturparks Říčky. Im Ort versickert der Hostěnický potok (Hostěnice-Bach) im Hostěnické propadání (Hostěnice-Schwinde) im Untergrund. An der westlichen Gemarkungsgrenze liegt das stark gegliederte Říčka-Tal mit einem Lehrpfad. Im Wald nördlich des Ortes steht die achteckige Annakapelle von 1748. Eine Unterkunft mit nachweislich laufendem Betrieb haben wir im Ort nicht gefunden. Hostěnice eignet sich eher als Ausflugsziel von Brünn (Brno) oder Křtiny aus.
SCHNELLZUGRIFF 👀 Sehenswertes · 🥾 Ausflüge · 🛏️ Übernachten · ❓ Häufige Fragen
Hostěnice hat eine ungewöhnliche Geschichte hinter sich. In den 1960er-Jahren wurde am Ortsrand ein Kalksteinbruch eröffnet, und das Dorf darunter litt. Erst nach Umweltschutzmaßnahmen des Steinbruchbetreibers wurde es zu einem gefragten Wohn- und Erholungsort. Im Jahr 2000 gewann Hostěnice den Bezirksentscheid des Wettbewerbs „Dorf des Jahres” und erhielt im Landesentscheid das „Grüne Band” für den Einsatz für die Umwelt. Wie beliebt der Ort ist, zeigt auch die Zahl der Wochenendhäuschen: Es sind fast 200.
Sehenswertes
Annakapelle
Die Kapelle steht im Wald nördlich des Ortes. Sie wurde im Jahr 1748 erbaut und hat einen achteckigen Grundriss. 1947 wurde sie renoviert und erhielt Heiligenfiguren. Sie steht unter Denkmalschutz.
Hostěnické propadání (Hostěnice-Schwinde)
Der Hostěnický potok fließt durch den Ort und verschwindet im westlichen Teil im Untergrund. Das Hostěnické propadání ist ein halbblindes Schwindental an der Grenze zwischen Kalkstein und den Kulm-Gesteinen des Drahaner Hochlands (Drahanská vrchovina). Wohin das Wasser abfließt, hängt davon ab, wie viel gerade fließt. In einem alten Steinbruch an der Schwinde sieht man Kalksteinschichten mit Fossilien von Stromatoporen, urzeitlichen, schwammähnlichen Meeresorganismen. Was ein Ponor (Schluckloch) und ein halbblindes Tal sind, erklärt der Artikel Karstphänomene im Mährischen Karst.
Der Ort
Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1371. Den Großteil seiner Geschichte gehörte Hostěnice zur Herrschaft Pozořice der Liechtensteiner. Das Schulgebäude von 1899 dient heute als Kindergarten und prägt das Ortsbild. Das Glockentürmchen der Gemeinde von 1877 wurde 2015 saniert und erneut geweiht. Am Hostěnický potok liegen vier kleine Teiche.
Ausflüge
- Říčka-Tal (Údolí Říčky). Ein stark gegliedertes Karsttal an der westlichen Gemarkungsgrenze, zwischen Hostěnice, Ochoz u Brna und Líšeň. Der Lehrpfad „Údolí Říčky” führt Sie hindurch. Es gibt Schlucklöcher im Bett der Říčka, die Pekárna-Höhle (Pekárna) und die Ochozer Höhle (Ochozská jeskyně), die allerdings für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Mehr dazu im Artikel Das Říčka-Tal und die Pekárna-Höhle.
- Nach Křtiny und zum Křtiny-Tal (Křtinské údolí), siehe Křtiny.
- Richtung Süden führen Radwege in die Denkmalzone der Schlacht bei Austerlitz (Slavkov).
- Zu Pferd: Im Ort werden Pferde gehalten, und auf der örtlichen Farm wird Hippotherapie angeboten.
Übernachten
Eine Unterkunft mit nachweislich laufendem Betrieb konnten wir in Hostěnice nicht ausfindig machen. Die nächsten verlässlichen Möglichkeiten gibt es in Křtiny, siehe Křtiny, und in Brünn. Weitere Tipps finden Sie im Artikel Wo übernachten im Mährischen Karst.
Häufige Fragen
Gehört Hostěnice zum Mährischen Karst? Nur mit einem kleinen Teil der Gemarkung, in den der südöstliche Rand des Landschaftsschutzgebiets (CHKO) hineinreicht. Der Großteil der Wälder von Hostěnice liegt im Naturpark Říčky.
Wo befindet sich das Hostěnické propadání? Im westlichen Teil des Ortes. Dort verschwindet der Hostěnický potok im Untergrund.
Ist die Annakapelle zugänglich? Sie steht im Wald nördlich des Ortes und ist zu Fuß erreichbar. Es handelt sich um ein Kulturdenkmal von 1748.
Kann man in Hostěnice übernachten? Eine überprüfte Unterkunft haben wir im Ort nicht gefunden. Am nächsten liegen Křtiny und Brünn.
Angaben geprüft zum 12. 10. 2026. Quellen: Broschüre des Vereins zur Entwicklung des ländlichen Raums Mährischer Karst, Gemeindeprofil Hostěnice; AOPK ČR, Analysen des Landschaftsschutzgebiets Mährischer Karst (2017), geologische Lokalitäten (Hostěnické propadání, Ponory Říčky); Gemeinde Hostěnice.
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