PUBLIZIERT: 20.8.2026 Lesedauer: 7 Min.


Der gesamte Mährische Karst (Moravský kras) ist ein Landschaftsschutzgebiet (98 km²), das von der tschechischen Naturschutzbehörde AOPK ČR verwaltet wird. Innerhalb dieses Gebiets liegen zusätzlich strenger geschützte Nationale Naturreservate (z. B. die Punkva-Quellen, die Rudice-Doline oder Býčí skála). Die wichtigsten Regeln: Zelten und Feuermachen nur an ausgewiesenen Plätzen, Parken nur auf markierten Parkplätzen, in den Nationalen Naturreservaten nur auf markierten Wegen bleiben, beim Radfahren Rücksicht nehmen, keine Pflanzen sammeln oder Tiere stören und Abfälle wieder mitnehmen. Im Pustý žleb und Suchý žleb (Wüstes Tal und Trockenes Tal) gilt zudem ganzjährig ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge — deshalb verkehrt dort ein Touristenzug zu den Höhlen.

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Der Mährische Karst ist nicht nur eine Ansammlung touristischer Attraktionen — er ist ein Landschaftsschutzgebiet, das bereits 1956 ausgewiesen wurde und zu den ältesten in Tschechien zählt. Bevor Sie sich auf den Weg machen, lohnt es sich zu wissen, was hier erlaubt ist und was nicht. Dabei geht es nicht darum, Besucher zu gängeln, sondern den Untergrund und die Oberfläche zu schützen, die außergewöhnlich empfindlich sind.

Was im Schutzgebiet verboten ist (und was ausdrücklich erwünscht)

Laut der Agentur für Natur- und Landschaftsschutz Tschechiens (AOPK ČR), die für das Schutzgebiet Mährischer Karst zuständig ist, gelten für Besucher vor allem folgende Regeln:

Besonders sensibel ist die Zeit der Fledermaus-Überwinterung, in der der Zugang zu manchen Höhlen (auch solchen, die für die Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind) vorübergehend eingeschränkt sein kann, sowie die Brutzeit des Wanderfalken, der in den letzten Jahren zurückgekehrt ist, um hier auf den Felsen zu brüten — in dieser Zeit können vorübergehende Bewegungseinschränkungen in der Nähe der Brutplätze gelten.

Warum das alles geschützt wird

Der Mährische Karst birgt über 1.100 erfasste Höhlen (nur fünf davon sind öffentlich zugänglich) und beherbergt eine außergewöhnlich reiche Tier- und Pflanzenwelt. Hier leben 24 der 27 in Tschechien vorkommenden Fledermausarten, 18 davon überwintern hier — während des Winterschlafs verlangsamt sich ihr Herzschlag auf bis zu sechs Schläge pro Minute, weshalb Ruhe in den Höhlen im Winter so wichtig ist.

Am Grund des Macocha-Abgrunds wächst die seltene Wimpernprimel (Matthiolis Primel) — ein Relikt aus der Eiszeit, dessen rund hundert Exemplare Sie in Tschechien nirgendwo sonst finden. Entdeckt wurde sie hier 1918 von einer Forschungsexpedition, die den Grund des Abgrunds erkundete. In der Höhle Kůlna fanden Archäologen zudem 120.000 Jahre alte Neandertaler-Werkzeuge und sogar ein rund 50.000 Jahre altes Kieferfragment eines Neandertalers — der Karst war die Heimat unserer Vorfahren, lange bevor er zur touristischen Attraktion wurde.

Die Landschaft wird zudem aktiv gepflegt: An den grasbewachsenen Hängen weiden Schaf- und Ziegenherden, damit diese nicht verbuschen, alte Obstgärten mit traditionellen Sorten werden wiederhergestellt, und Teile der Karsthochflächen werden begrünt, damit Dünger und Pestizide aus der umliegenden Landwirtschaft nicht in den Untergrund einsickern.

Zufahrt und Parken

Die wichtigste praktische Regel für Autofahrer: Im Pustý žleb und Suchý žleb gilt ganzjährig ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge. Touristen gelangen daher zur Mühle Skalní Mlýn, zur Punkva-Höhle (Punkevní jeskyně) und zum Macocha-Abgrund entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Touristenzug ab dem Parkplatz. Berücksichtigen Sie dies bei der Planung Ihrer Reise — das Auto lassen Sie auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz stehen und geht dann anders weiter (siehe unseren Artikel zur Anreise in die Region).

Häufige Fragen

Darf ich im Mährischen Karst zelten? Nur an dafür ausgewiesenen Plätzen, nicht frei in der Natur.

Kann man den Pustý žleb mit dem Auto durchfahren? Nein, für Kraftfahrzeuge gilt im Pustý žleb wie auch im Suchý žleb ganzjährig ein Fahrverbot. Zu den Höhlen gelangen Sie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Touristenzug.

Darf ich in den Höhlen und Reservaten für ein besseres Foto vom Weg abweichen? In den Nationalen Naturreservaten nicht — erlaubt ist nur die Bewegung auf markierten Wegen, unter anderem zum Schutz brütender Vögel und empfindlicher Pflanzengesellschaften.

Warum ist der Zugang zu manchen Höhlen im Winter eingeschränkt? Wegen der überwinternden Fledermäuse — im Mährischen Karst überwintern 18 Arten, und Störungen während der Winterruhe können ihnen erheblich schaden.

Wer kümmert sich um das Schutzgebiet, und an wen kann ich mich mit Fragen wenden? An die Verwaltung des Landschaftsschutzgebiets Mährischer Karst, eine regionale Dienststelle der AOPK ČR mit Sitz in Blansko (moravskykras.nature.cz).


Teil der Serie Eine Woche im Mährischen Karst: das komplette 7-Tage-Programm. Quelle: offizielles Faltblatt der AOPK ČR „Moravský kras — Chráněná krajinná oblast” (2019, moravskykras.nature.cz), ergänzt um öffentlich zugängliche Informationen zur Verkehrsbeschränkung im Pustý žleb und Suchý žleb.

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